Zum ersten Mal öffnen Patrizia Bambi und Claudio Orrea die Türen ihres Zuhauses

Toskanische Träume

CLAUDIO ORREA, stellvertretender Geschäftsführer des Modehauses Patrizia Pepe, entspannt sich am Pool des Anwesens seiner Familie in der Nähe von Florenz – und zwar allein. Und weil das so selten vorkommt, hat GALA beschlossen, ihm einen Besuch abzustatten. Lest weiter!

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Ein Dorf für unsere Freunde

 Ein Olivenhain für Zwei? Das passiert bei Patrizia Bambi und Claudio Orrea nur selten. Ihr ITALIENISCHES PARADIES ist ein Zufluchtsort, den sie am liebsten mit vielen Freunden teilen.

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FOTO: PHILIPP RATHMER

Liebe und Geschäfte: Vor mehr als zwanzig Jahren haben Patrizia Bambi und Claudio Orrea das Modehaus Patrizia Pepe ins Leben gerufen. In der Folge bauten die beiden ihren Zufluchtsort in der Toskana, den sie am liebsten mit Freunden teilen – hier wird viel gelacht und gut gegessen, vorzugsweise an dem riesigen Tisch auf der Terrasse mit Schwimmbad.

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Ein Lehnstuhl des dänischen Designers Hans Wegner lädt am Kachelofen zum Entspannen ein.

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Zwei Büffel empfangen Besucher am Eingang – ein Werk des Künstlers Davide Rivalta. Patrizia und Claudio lieben die Kunst: In ihrer Galerie finden oft Ausstellungen statt. Zitronen aus dem Garten – aber auch Feigen, Orangen und Nüssen, Artischocken und Zucchini.

Die komplette Familie (von links): Claudio, Bruder Stefano, Patrizia, Architekt Ronaldo Fiesoli und Filippo, Sohn von Claudio und Patrizia, unter der Laube aus Weinreben.

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Nächstes Projekt des Paares: Ein Weingut ganz für sie allein. Das Anwesen befindet sich in den Hügeln außerhalb von Florenz.

Die Geschichte des Hauses geht auf zwei Orte zurück und vereint den Geist der Tradition mit den Träumen, die Menschen dazu bringen, etwas Außerordentliches zu tun. Der erste Ort ist das Toskanatal, das sich bis zum Haus erstreckt. Hier ist Patrizia Bambi aufgewachsen, ihres Zeichens kreative Leiterin des Labels Patrizia Pepe: “Als Mädchen streifte ich am liebsten durch die Felder und pflückte Mohnblumen.”

Der zweite Ort befindet sich tausende Kilometer weit weg – auf der Karibikinsel Barbados.

Hier hat Claudio Orrea, Ehemann von Patrizia Pepe, vor vielen Jahren einen Urlaub verbracht. “Ich wohnte damals in einer Residence mit mehreren Wohnungen. Abends haben sich alle zum Barbecue am Pool getroffen. Das hat mir so gefallen, dass ich dachte: Eines Tages möchte ich auch so leben.” Patrizia dazu: “Unser Traum war es, ein kleines Dorf zu bauen, in dem wir unsere Zeit mit Freunden und Familie verbringen können.”

Fünf Jahre lang suchten die beiden nach dem geeigneten Ort, um diesen Traum wahr werden zu lassen. Schließlich fanden sie ihn auf einem Hügel etwa eine Stunde westlich von Florenz. “Als wir dieses Grundstück entdeckt haben, standen wir vor einem Turm aus dem 12. Jahrhundert und einigen Ruinen”, erzählt Claudio. Die beiden zeigten das Grundstück ihrem Freund, dem Architekten Ronaldo Fiesoli. Er hatte bereits den Sitz der Firma in Florenz entworfen, sowie das Interieur der ersten zehn Patrizia Pepe-Boutiquen. “Als ich Ronaldo von unserem Traum erzählt habe, war seine erste Reaktion: “Wir sind hier in der Toskana, nicht in in Hollywood!” Ich habe ihm geantwortet: “Keine Sorge, ich liebe die Toskana – und außerdem wirst du das Haus bauen.”

 

ES DAUERTE FÜNF JAHRE, um die Anlage fertigzustellen. Fiesoli integrierte die bereits bestehenden Mauern sowie andere Stilelemente und wählte die neuen Steine, Balken und Türen auf Basis der existierenden Bauelemente aus.

Auch für die Wände wurden typisch toskanische Farbtöne gewählt. Die Innenräume sind weitläufig, mit einem Wohnzimmer, das sich über zwei Stockwerke erstreckt. Ein Fotoalbum dokumentiert alle Arbeitsschritte genau. Patrizia Bambi: “Unser Sohn Filippo war ein Kind, als wir mit der Arbeit begannen. Bei der Fertigstellung war ein praktisch erwachsen! Anstelle des Kinderzimmers, das wir für ihn geplant hatten, bauten wir schließlich ein eigenständiges Apartment für ihn.” Die ehemaligen Ställe wurden in Zimmer umgebaut und in dem alten Turm befindet sich heute ein Weinkeller.

Die alte Kapelle ist heute das Studio von Patrizia.

“Als alles fertig war, wurde mir bewusst, dass wir zwar unheimlich viel Platz hatten, aber keine Ecke nur für mich allein.” Getreu dem Motto von Virginia Woolf hat sie so einen Rückzugsort geschaffen, an dem sie nachdenken, sich entspannen und arbeiten kann.

An der Wand: Eine Mohnblume zur Erinnerung an ihre Kindheit.

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IN DEN BEIDEN DEPENDANCEN leben Stefano, Claudios Bruder und Sales & Marketing Director des Unternehmens, sowie Sebastiano Lombardo mit seiner Familie. Lombardo ist einer von zehn Mitarbeitern, die dem Unternehmen seit seinen Anfängen treu geblieben sind. Heute ist er nicht nur General Manager, sondern auch ein guter Freund. Er weiß zu schätzen, dass Leben und Arbeit bei Patrizia Pepe Hand in Hand geht. Das Unternehmen ist von einer familiären Atmosphäre geprägt, und zwar im bestmöglichen Sinn des Wortes: Auch die Angestellten gelten als Teil der Patrizia Pepe-Familie. Patrizia und Claudio wünschen sich, dass auch ihr Sohn Filippo ins Unternehmen einsteigt. Aber sie wissen natürlich auch, dass die Entscheidung letztendlich vom Vierundzwanzigjährigen selbst getroffen werden muss.

Zum Abendessen am Pool kommen auch Stefano, Sebastiano und seine Frau Silvia vorbei.

Wird einem so viel Nähe niemals zu viel? Claudio schüttelt lachend den Kopf.

“Ich und Patrizia haben eine eiserne Regel”, sagt er. “Abends sprechen wir niemals über die Arbeit.” Seit 20 Jahren funktioniert das bestens. Claudio erzählt gerne über die ersten Jahre des Unternehmens: “Wir haben eigentlich zum Spaß mit der Sache begonnen.”

Patrizia fügt hinzu: “In dieser Gegend ist die Textilindustrie zu Hause. Deshalb hat es sich ganz natürlich ergeben, dass wir in der Modebranche aktiv wurden. Ich hatte seit jeher eine große Leidenschaft für Mode und einfach immer das entworfen, was mir gefiel. Meine Stücke sind für Frauen wie mich gedacht – Frauen, die arbeiten und die sich in ihrer Kleidung einfach gut fühlen möchten.”

Serviert wird am Pool Gemüse aus dem eigenen Garten und Olivenöl, das aus dem Olivenhain hinter dem Haus stammt. Claudio und Patrizia legen großen Wert auf Umweltschutz: Das Schwimmbecken wird mit Solarpanelen geheizt und die üppigen Gärten werden mit Teichwasser bewässert. Für Patrizia ist der Olivenhain ein ganz besonderer Ort: “Ich komme oft hierher, denn die Bäume spenden Energie.”

Tatsächlich ist Patrizia ein Stadtmensch, wie sie selbst zugibt. “Aber hier hatte ich von Anfang an das Gefühl, am richtigen Ort gelandet zu sein. Wenn ich morgens aufwache, blicke ich auf die Olivenbäumchen, höre die Vögel zwitschern und bin einfach glücklich.”

Auch als Gast hat man sofort das Gefühl, dass das Paar eine starke emotionale Bindung zu diesem Stück Land hat.

Nur eine Sache fehlt noch:

“Ich hätte gerne auch einen Weinberg”, meint Claudio. Und sofort fängt er an zu träumen…

“Die Mohnblume an der Wand erinnert mich an meine Kindheit in dieser Gegend.”

Das Atelier von Patrizia Bambi ist mit Wandgemälden der Künstlerin Alessandra Ragionieri geschmückt. Hier kann sich Patrizia entspannen und hat Zeit zum Nachdenken.

“Als die Bauarbeiten begannen, war unser Sohn ein kleiner Junge. Bei der Fertigstellung war ein praktisch erwachsen!”

Das Wohnzimmer des Hauses erstreckt sich über zwei Stockwerke. Vor dem Spiegel hängt ein Mao-Portrait von Andy Warhol. Das Sofa ist von De Padova und die Lampe “Lumen” ein klassisches Modell von Fontana Arte. Das Esszimmer ist in den ehemaligen Stallanlagen gelegen. Die bunten Stühle “Mummy” sind von Peter Traag.

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Der Brunnen im Innenhof fängt Regenwasser auf.

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Sohn Filippo auf den Stufen von Patrizias Atelier. Immer dabei: Die Labradore Magia und Pepe. Patrizia liebt Familienfotos. Die Aufnahme in Schwarzweiß zeigt ihre Eltern, die aus dieser Region stammen.

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Patrizia Bambi bei der Präsentation der Herbst-/Winterkollektion 11/12

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Das Logo von Patrizia Pepe

Mit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1993 schlossen Patrizia Bambi und Claudio Orrea eine Marktlücke: Sie kreierten eine ultramoderne Kollektion, die den allerhöchsten Qualitätsstandards genügte.

Der Stil? Feminin, sexy, glamourös… aber gleichzeitig urban und alltagstauglich.

Heute ist Patrizia Pepe weltweit vertreten, mit 100 Monobrand-Boutiquen und ca. 2000 Multibrand-Verkaufsstellen. Das Unternehmen mit Sitz in Florenz wächst stetig weiter. In Deutschland betreibt Patrizia Pepe drei eigene Boutiquen in Berlin, München und Nürnberg.

Die Wahl viel auf den Namen “Pepe” (zu Deutsch: Pfeffer), weil dies das weibliche Ideal von Patrizia Pepe perfekt widerspiegelt. Eine urbane, kreative, neugierige Frau, die gerne reist, die Welt entdeckt und dabei stets weiblich bleiben möchte, ohne auf praktische Kleidung verzichten zu müssen.

“Off to Neverland” lautet das Motto der nächsten Herbst-/Winterkollektion, zu der auch Schuhe und Accessoires gehören.

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